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Erotische
Lyrik machte an
"Wort
leckt-Ohr": Schweinfurter Produktion feierte in der Disharmonie
Premiere
»...eins
müssen Neid und Skepsis zugeben: Wenn alle Experimente so
erfolgreich wären, könnte die Welt, zumal die lyrische, ein Stückchen
weiter sein. Das ungewöhnlich zusammengesetzte Quartett hat einem
bestens unterhaltenen Publikum vorgeführt, dass Gedichte auch
jenseits von Poesie-Alben und Elfenbeintürmen ihre Berechtigung
haben. Und das war trotz des gefälligen Themas keine leichte
Aufgabe: Mehr als 160 Ohren wollten befriedigt werden...«
»...Pantomime
und Musik machten aus dem Programm mehr als eine Lesung. Ein Hauch
von Kleinkunst schwebte durch die Kulturwerkstatt am Main und
verhalf zu Leichtigkeit, wenn Worte zu schwer werden wollten...«
»...Mit seiner tiefen, leicht rauchigen Stimme
wurde Manger für die Anthologie zu einem tragenden Resonanzkörper.
In diesem Medium hätten sich auch Appetithäppchen von Charles
Bukowski wohl gefühlt. Aber
Bukowski fand sich in der Sammlung genauso wenig wie andere
Provokateure der erotischen Literatur. Es war das erklärte Ziel,
auf Enttabuisierungen dieser Art zu verzichten. Sie hatten hier so
wenig verloren wie sentimentale Pseudo-Ekstase...«
»...Die
Sprache der Dichter war deutlich, allerdings oft ironisch gebrochen.
Selten ein Anflug von Romantik, selten die Nähe zur Pornographie.
Es ging an diesem Abend - beim Thema Erotik ein Balance-Akt - trotz
zahlreicher Effekte nie um Effekthascherei, nie um die
Instrumentalisierung der Gedichte für eine Show der Worte. Das war
angenehm zu erleben...
«
»...Durch
die sorgfältige und kenntnisreiche Auswahl der Beiträge bot sich
außerdem eine interessante Bestandsaufnahme erotischer Lyrik der
Gegenwart...«
»...Unterhaltsamer
Höhepunkt waren die von Oliver Tuschinski vorgetragenen Slam-Stücke:
schnelle, rhythmische, tanzende, sich fast überschlagende
Zungenakrobatik voller Witz und Lust am Wortspiel...«
»...
Zwei kurze Gedichte (in der Diktion des Abends "Quickies")
beschlossen als Zugabe nach zweieinhalb Stunden das Programm.
Nach der gelungenen Premiere in Schweinfurt wollen Manger,
Tuschinski, Ferencz und Meinert jetzt mit "Wort leckt-Ohr"
auch andere Städte beglücken...« |